Love & Lost.

Konservieren.


Vergessen am Wegesrand.
Die Tropfen an der Scheibe rasseln vorbei.
Schwören niemals zurückzukehren.
Monoton klopfen sie an die blinden Augen.
Tropfen heraus.
Perlen wie Diamanten die Haut hinab.
Wir hatten geschworen nie die Hände voneinander zu lösen.
Hatten sie verklebt mit Leim und überschüttet mit Honig.
Wir überfliegen die Zeilen, die wir schrieben.
Sie verblassten.
Der Sommer machte sie taub.
Das Papier zu müde sie zu tragen, unsere Geschichte.
Nun sitzt es hier unser Buch.
Voll geschrieben am Rand dieser Straße.
Wir haben es verloren in voller Fahrt.
Dem Wind gefolgt ist es zu Boden gesegelt.
Eine Seite offen so liegen geblieben.
Der Regen weicht es auf.
Beschreibt es neu.
Macht es sanfter.
Tiefer.
Intensiver.
Vergessen, um zu lieben.
Vergessen, um zu erinnern.
Die Polaroids verwässern zwischen den Seiten.
Patina wird sie unkenntlich werden lassen.
Die Chemikalien werden bald heraus gewaschen sein.
Zurück bleiben wir.
Wir, als Erinnerung.
Verloren darin für immer.
Vergessen in den rasenden Regentropfen.
In den Rinnsalen unseres Lächelns - konserviert.


- Nóirín -



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KONSERVIEREN.
Etwas haltbar machen. Etwas für die Zukunft erhalten. Ich möchte etwas erhalten, das eigentlich völlig gegenstandslos ist. Es ist weder greifbar noch im Grunde mit den Augen erkennbar. Es ist ein Gefühl. Ich möchte ein Gefühl für mich immer wieder spürbar machen. Möchte Träume und Momente in diesem Gefühl wiederfinden. Darin baden gehen, mit diesem Gefühl verschmelzen. Es ist für mich eine Aufgabe, mich zu prägen mit diesen unterschiedlichsten Empfindungen. Ich möchte sie abrufbar machen. Doch was ich höchstens schaffe, mich daran zu erinnern mit immer einer neuen Nuance Gefühl darin. Spürbar anders und doch dasselbe. Gereift durch die Zeit. Erwachsen geworden. Konserviert und doch verflüchtigt sich mit jedem Betrachten ein Stück der Wahrheit. 

Wir basteln unsere eigene Geschichte, sie wird tiefer und bunter je länger wir darin baden, je weiter wir uns von der Realität entfernen. Es macht uns lebendig. Es hält die Vergangenheit lebendig. Es macht aus uns eine Geschichte, die wir immer wieder lesen können, aus der wir immer neue Sachen lernen. 
Wir erfahren die Zukunft durch die Vergangenheit, durch das Bewusste konservieren, intensiver. Wir prägen unseren müden Verstand mit diesen Erinnerungen und machen die Realität nichtig. Nehmen uns aus der Summe heraus, um unsere eigenen Ergebnisse zu erfahren. Um unsere eigene Haut zu spüren, unsere Gefühle, wie sie unsere Körper zum Vibrieren bringen, bis wir bersten. Aus Grau bunte Farben spucken, die ineinander explodieren. Und manchmal, da sollte man vergessen, vergessen wer wir waren, und nur noch sein. Wir haben uns lange genug studiert, lass uns jetzt einfach leben. Vertrauen. Frei sein. Zusammen.


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