FRÆULEIN PRISM. ♦

Von Anfang an der Lüge verschrieben, gebastelt aus der Wahrheit. Bunter als Benzin.


Mir ist es gleich, ob das Grau da draußen schildernd bunt sein mag.
Es ist wichtig, dass es Charakter trägt, dass es mir eine Geschichte erzählt.
Ich hoffe jedes Mal, wenn ich SIE hebe, dass ich einfange, was vor mir liegt.
Jedoch es wird immer nur wieder ein Abbild meiner Seele, meiner Fantasie.
Nie fähig die Wahrheit zu beschreiben.
Nur die Chance sie so zu verbiegen, zu colorieren als ob.
Ihr unsere Züge aufzwängen.
Unsere Geschichte.
Wann ich immer auf sie hinab blicke, auf die Polaroids zwischen meinen Händen, frage ich mich, tue ich das Richtige?
Und wenn ich dann zum Himmel schaue und es sich gut anfühlt, was durch meine Seele zieht, weis ich, es ist das Beste, was meinem Herzen geschehen konnte.
Diese Leidenschaft Geschichten und Worte in Bilder zu pressen.
Sie anzufüllen mit Farben und Gefühlen.
Mit Sehnsüchten, mit Schmerz und Leben.
Manchmal habe ich das Gefühl, wenn ich nur lange genug auf diese Polaroids blicke, würden sie lebendig werden und mir ihre erlogene-wahre Geschichte noch einmal erzählen.
Manchmal hoffe ich auch, sie seien die wahren Spiegel.
Zeigten das wahre Gesicht.
Doch sie bleiben immer nur ein Auszug aus der eigenen Seele mit ein Hauch von Melancholie.
Sie werden für mich immer nur ein bittersüßer Traum von der Wahrheit sein.
Dieses winzige Fünkchen nur ein Zeuge der Zeit.
Der Rest blutend echt, der Dreck meiner Seele zusammengerafft zu Farbklecksen, aneinander gereiht wie Fotos auf einem Film.
Die Wahrheit existiert hinter dem geformten Plastik - irgendwo darin.
Nun sitze ich in dem Grau und frage mich abermals, ist es richtig, was ich tue?
Quäle ich mich nicht selber all zu sehr damit?
Und doch kühle ich meine Haut an dem kalten Glas des Fensters, starre in die grauen Regentropfen, die daran herunter perlen und weis, mit jedem Atemzug, es ist das, was ich liebe.
Als Beweis, zu sehen in den winzigen Tropfen, neue kleine schillernde Welten.
Dieser Moment, wenn ich in ein Bild hinein blicke und das Herz für einen Moment innehält, weil es eigenständig Luft holen muss.
Weil es wünschte, die Zeit würde für diesen winzigen Augenblick einfach stehen bleiben.
Und es sich überrollt in Qual, in purer süßer Qual.
Sich verzehrend nach dieser gelogenen Wahrheit auf diesem verdreckten Polaroid.
Es ist, als ob es danach greifen könnte und doch nur ein Trugbild aus zähem Grau zufassen kriegt.
Zu oft spürt es diesen goldenen Schein tief in sich drin, der sich gleich darauf purpurrot einfärbt.
Diese kleine Stimme in sich wahrnimmt, die tausend, tonnenschwer Schreie nach Freiheit es dazu antreibt, weiter zu machen.
Immer verzehrte Wahrheiten abzubilden.
Immer mehr zu verdrehen, was echt ist.
Nur um zu sehen, wie grotesk schön es diesmal wird.
Sich immer mehr darin zu verlieren, eine Mauer zu errichten mit alter abblätternder Farbe, verziert mit Plastikchemiebildern.
Dahinter versteckt die echte schillernde Welt mit ihren Farben.
Davor das Grau, verschleiert vom Dreck, der schillernd bunt wie Benzin nur coloriert scheint.
Nur gekonnt gut zu einer Einheit geformt wurde, aber nie wirklich existiert hat.


- Es ist viel mehr das, was man nicht sieht, was ein Band knüpft.
Feine Bahnen aus puren Gefühlen, verknüpft zu einem Netz aus Freude und Liebe.
Es mag sein, dass es verrückt ist, doch es fühlt sich richtig an.
Es ist, als sei man weder hier noch da, aber einfach richtig.
Es spielt keine Rolle, wer wir sind, waren und sein werden, es zählt nur der Moment.
So vergolden wir ihn und bemalen die Leinwände in unseren Köpfen mit immer neuen Bildern.
Jedes prächtiger, als das Vorherige.
Mit den Pinseln, die uns der Augenblick schenkt und den Farben der eigenen Seele.
So erschaffen wir Sekunde um Sekunde Welten, schillernder als die alte, doch auch mal dunkler als die Nacht.
Es ist wie eine zähe, verzerrte Harmonie - die doch hin und wieder, wie eine annehmbare Melodie klingt.
In der tanzen wir im goldenen Regen.
Schauen den Ideen beim Erblühen zu und geben ihnen neue Kraft.
Es sind kleine Äste, die wie durch eine unsichtbare Macht geführt ineinander wachsen und untrennbar verbunden sind und für immer bleiben. -



- Nóirín -


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